Samstag, 27. März 2010

Ein Tag auf dem Ätna

PUH... Ich würde mal sagen, grade so noch geschafft. Was? Na der Eintrag. Gerade noch so im März... :)
Es wurde aber auch wirklich mal wieder Zeit, dass ich mich melde. Grade scheint draußen wunderschön die Sonne, ein Großteil der Anderen ist zum Strand gefahren, aber da ich mich gerade erst von einem Magen-Darm-Infekt erholt habe, habe ich beschlossen, lieber hier zu bleiben. Und sonnen kann ich mich auch auf unserem Balkon!
Nun ja, was ist passiert in der Zwischenzeit? Ehrlich gesagt weiß ich das gar nicht mehr ganz genau. Fangen wir Ende Februar an. Mit einer Frage:

Was führt dazu, dass ich an einem Sonntag Ende Februar um 20 nach fünf Uhr (morgens!) mit den Worten "Ich glaub es hackt!" aus dem Bett springe, mich schnell warm anziehe und frage: "Wer hat meinen Schneeanzug?" ???

Bevor ich jetzt auf Antworten warte und dann eh keine richtige dabei ist, sag ich es euch lieber gleich: Es stand ein Trip auf den Ätna an! Den schneebedeckten Ätna! Leider erfuhr ich erst, dass ich mitkonnte, eben um 20 nach fünf Uhr morgens. Am Tag vorher erzählten mir Hanna, Denis und Vera, dass sie bei einer organisierten Ätna-Tour mitfahren würden. Da wollte ich natürlich auch mit, nur stelle sich dann heraus, dass nur die drei Plätze frei waren. Den ganzen Tag ging es hin und her, doch leider ergab sich nichts mehr. Trotzdem gingen wir zu der Frau hier aus Riesi, die das Ganze organisierte und durften bei ihr Schneeanzüge anprobieren, die alle am Wettbewerb "Hässlichster Schneeanzug 2010" teilnahmen. Die anderen Teilnehmer würden dafür bezahlen müssen, wir aber nicht, weil wir ja so schrecklich arme Volontaris sind. Praktisch, sowas :) Ich suchte mir ein schweinchenrosa Ungetüm heraus, das meinen Teint hervorragend betonte...

Und deshalb wollte ich dann am nächsten Morgen natürlich wissen, wo mein Lieblingsteil denn war, denn ich hatte es bei der Frau gelassen. Da die aber noch am Telefon war, wurde mir gleich versichert, dass sie es mitbringen würde. Also: ich schlief gemütlich in meinem Bett, halb schon froh, einen geruhsamen Tag vor mir zu haben mit Aussschlafen, denn schließlich war ich am Abend recht spät ins Bett gegangen. Diese Annahme wurde jäh zerstört, als Vera in mein Zimmer geplatzt kam, mich weckte und mir mitteilte, dass doch noch ein Platz frei geworden war, wenn ich den wolle, müsse ich JETZT aufstehen, denn wir würden bald losgehen. Erstmal konnte ich mich natürlich nicht sofort dazu aufraffen, aufzustehen, doch als Vera dann sagte, wenn ich nicht käme, würden sie eben Catherine fragen, ob sie mitwolle, richtete ich mich ruckartig auf, knipste das Licht an und sagte: "Ich glaub es hackt!" Und so begann ein Tag auf dem Ätna.

Natürlich waren wir die Ersten im Bus. Der füllte und füllte sich dann allmählich und es hörte gar nicht mehr auf mit jungen, lärmenden Italienern, die alle Sitze um uns rum in Beschlag nahmen. Die geplante Abfahrtszeit kam und ging vorbei. Eine halbe Stunde verging, eine Stunde verging. Irgendwann bekamen wir mit, dass der Busfahrer ein Problem hatte. Der Bus war überbucht, es waren fünf Leute zu viel. Da war ich ersteinmal froh, dass es nicht nur einer war.. ich hatte schon die Horrorvorstellung, wieder aussteigen zu müssen. Nach langem Hin und Her stiegen dann zwei befreundete Familien aus, sodass dann schließlich sieben Plätze frei waren. Nun ja, das war uns auch egal, hauptsache, es ging endlich los.
Nach zwei Stunden waren wir in Catania, nach einer weiteren hielt unser Bus dann endlich neben vielen anderen oben auf dem schneebedeckten Ätna. Der Schnee war zwar größtenteils eher gelblich als strahlend weiß, aber dennoch war der Anblick der schwarzen Lavafelsen, die teils mit Schnee bedeckt waren, schon sehr eindrucksvoll. Nach einem Cornetto mit Crema, das in der Busreise enthalten war, machten wir uns zu Viert auf unseren eigenen Erkundungsgang. Wir wollten möglichst hoch, verwarfen die Idee, die erste Etappe mit der Seilbahn zu erklimmen allerdings wieder, nachdem wir deren Preise bestaunt hatten. Also zu Fuß. Hanna hatte schon nasse Füße und mir wehte der Wind trotz Mütze in die Ohren, aber mutig machten wir uns zu Fuß auf einen Anstieg durch die Asche nach oben, da man im Schnee alle zwei Meter bis zu den Knien einsank.
So stapften wir also durch die Asche, was sich auch als extremst anstrengend herausstellte, da merkte man dann doch, dass man ein paar Meter höher war als normalerweise. Endlich oben angekommen, nach ein oder zwei Verschnaufpausen, setzten wir uns erschöpft an den Rand eines Kraters, machten Fotos, aßen ein wenig und bestaunten zwei waghalsige Italiener, die am anderen, schneebedeckten Ende des Kraters mit Plastiktüten Schlitten fuhren. Ich hätte zwar Angst gehabt, mit Vollgas auf den Boden eines Vulkankraters zuzurasen, aber das störte sie kein bisschen. Was sie störte, war der Fakt, dass ihre Plastiktüte wegwehte und dass sie einige Schwierigkeiten hatten, aus dem steilen Krater wieder herauszukraxeln. Wir allerdings ließen uns durch wegwehende Plastiktüten keineswegs die Laune verderben, sondern machten uns daran, auf einem schmalen Grad entlangzulaufen, im Gänsemarsch und immer dem Wind entgegenhaltend. Auf der anderen Seite wehte der Wind so heftig, dass er mich wirklich fast mit sich genommen hatte. Vor uns erstreckte sich eine weite Landschaft, die mich an "Lukas und der Lokomotivführer" und den kleinen Drachen Nepomuk erinnerte. Hier sanken wir alle regelmäßig einen Meter tief in den Schnee ein. Auf dem nächsten Hang entdeckten wir schließlich, was wir gesucht hatten; und so ernannten wir diesen Hang zu unserem Rutsch-Hang. Bevor wir ihn herunterrutschen konnten, mussten wir ihn allerdings erklimmen, was auch recht anstrengend war. Oben angekommen, ruhten Vera und ich uns deshalb erstmal mit geschlossenen Augen aus. Denis rutschte als erster und erwartete uns unten. Nach ihm wagte es Hanna, dann ich und dann Vera. Unten mussten wir feststellen, dass unsere Schneeanzüge nicht ganz wasserdicht waren und so entstanden einige wunderschöne nasse-Po-Fotos.
Danach waren wir so erschöpft, dass wir beschlossen, den Rückweg anzutreten. Nach einer Stunde Anstehen am Klo, einem paulischen Schwächeanfall und mindestens zehn identischen Touristenshops fuhr unser Bus auch schon wieder ab. Und zwar nach Catania, wo wir shoppten und heiße Schokolade genossen.
Dass wir am nächsten Tag arbeiten mussten, verdrängten wir alle erfolgreich :)

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