Montag, 3. Mai 2010

Mai :)

Nuun ja. Den April haben wir dann eben mal übersprungen. An sich ist im April nämlich auch nicht viel passiert. Bevor meine Eltern da waren, war ich krank. Und danach auch. Und dann war der April auch fast schon wieder vorbei. Nun ja, nicht ganz. Der April brachte noch nicht ganz die erhoffte Wetteränderung, worauf der sehr begabte Arzt meine mehrfachen Virus-Rückfälle zurückführte. Der April brachte uns viele Abschiede. Als erstes verließ uns Hanna, etwas verspätet dank der Wolke :)!!!, dann Magali und dann Vera! So eine Unverschämtheit. Auf einmal ist es ganz schön leer hier, nur noch zu neunt...

Vorletztes Wochenende war ich mit Laura und Catherine auf einer Bustour, erst in Cefalu, was wunderschön ist und uns mit traumhaftem Wetter beglückte und dann noch in Cerda, was nicht so schön ist, obwohl auch dort das Wetter gut da. Da waren wir aber auch nicht, um das Städtchen zu bewundern, sondern das Artischockenfest, das dort jährlich ausgerichtet wird. Für mich ein Traum, so als Artischockenliebhaberin. Für einen Euro gabs Wein, Brot, Salat, Nudeln und eine Artischocke. Lecker, schmecker.

Letzes Wochenende begaben die frisch von Vera Verlassenen sich dann nach Pachino. Zu fünft im Polo, wo der eine Anschnaller nicht gut funktionierte, sodass ich die Einzige war, die sich so in den Sitz quetschen konnte, dass man sich noch anschnallen konnte... allerdings musste ich den Sitz dafür ganz nach hinten machen. Dementsprechend bequem war es dann auch, sowohl für mich, als auch für die Leute hinter mir. Das waren Angelo und Catherine, Laura und Denis haben sich mit dem Fahren abgewechselt. Freitag gings los und wir kamen sogar ohne Probleme durch! In Pachino haben wir bei den dortigen Freiwilligen übernachtet, Pizza gegessen und Wein getrunken. Am Samstag ging es ENDLICH AN DEN STRAND. Mein erstes Bad für dieses Jahr stand an. Es war zwar recht fröstelig im Wasser, nach einer Zeitlang hatte man sich aber daran gewöhnt, außerdem war die Sonne dann um so wärmer!
Wenn das Video zu unserer kleinen Tanzeinlage am Strand online ist, lasse ich es euch wissen ;)
Am Sonntag bewunderten wir noch Noto und fielen dann abends recht tot ins Bett.

Und schon wieder geht eine neue Woche los, mit viel Stress. Da Vera jetzt weg ist, muss ich sie, immer wenn ich kein Englisch unterrichte, im Kindergarten ersetzen. Das heißt, ich hechte ständig hin und her und habe zudem noch eine Viertelstunde weniger Pause (Das ist viel, wenn man insgesamt nur 45 Minuten hat!). Allerdings ist es auch schön, so auch jeden Tag mit den Kindergartenkindern zu tun zu haben. Alex, meine große Liebe, hat mir heute einen Ring geschenkt. Traumhaftes Stück. Echtes, gelbes Plastik!
In der Schule läuft momentan noch alles wie immer, die Kinder haben noch die gleichen Marotten, heute hätten Samuel und Raffaele aus der 5. sich fast gegenseitig erdrosselt und neulich hat Massimo Rosario einen fußballgroßen Stein ins Gesicht geworfen. Man gewöhnt ich daran und lernt, damit umzugehen und fertig zu werden.
Außerdem sei hier zu vermerken, dass sich mein Jahr so was von dem Ende zuneigt. Jetzt ist schon Mai, ich habe nur noch 5 Wochen in der Schule zu arbeiten, denn dann ist sie vorbei!
Ab nächster Woche gehen schon die Proben für die Abschlussaufführung los, die wir ja organisiert haben: Martin, Georgia, Florencia und ich. Das Dschungelbuch. Wir haben den Text geschrieben, mit Hilfe des Buches, die Rollen sind jetzt zugeteilt, bald gehts los. Es wird schöne Kostüme geben, Tänze, Lieder... in meinem Kopf sieht es schon super aus, hoffen wir mal, dass es sich wenigstens teils so realisieren lässt.
Meine Heimreise ist jetzt mittlerweile doch wieder für einen früheren Termin angesetzt. Da Vera ja nicht mehr da ist und auch nicht wiederkommt, wird unserer Abschlussurlaub vorverlegt. So wollen Denis und ich im Juni ein paar Tage vielleicht nach Stromboli fahren und in der ersten Juliwoche dann nach Lampedusa, hoffentlich noch mit einigen Anderen. Bald kümmere ich mich darum, wann genau ich wiederkomme, es wird wohl auf das Wochenende vom 11. Juli herauslaufen! :) Natürlich freue ich mich darauf, wiederzukommen. Aber ich weiß auch, was ich hier hinter mir lassen muss.
Der Sommer kommt jetzt endlich, die ganzen letzten Tage war eindeutig Top-Wetter. In beiden Sinnen. Ich schicke euch also einen sonnigen Gruß!!

Sonntag, 28. März 2010

Was sonst noch geschah...

Ein Wochenende nachdem wir den Ätna erklommen hatten, setzten wir endlich den Entschluss in die Tat um, unseren Sala TV neu zu streichen. Vorher erstrahlte er in einem recht hässlichen minz-grün und orange, nach unserer eintätigen Verwandlungsaktion, die dringend nötig war, begrüßt er uns jetzt in einem warmen dunklen Gelbton mit zwei Wänden in hell-petrol... falls sich jemand etwas darunter vorstellen kann. Außerdem haben wir alles umgestellt, sodass jetzt alles eindeutig besser aussieht!!

Für das kommende Wochenende planten wir dann frisch-fröhlich, ins 3D-Kino nach Caltanissetta zu fahren, um dort "Alice nel paese delle meraviglie" zu schauen. Dieser Plan wurde am Freitag jedoch radikal von Catherine vereitelt, da sie mit dem Polo leider einen Unfall baute, und der Multipla, der unseren VW-Bus ersetzt hat und von uns den mehr oder weniger liebevollen Spitznamen "Nasomobil" bekommen hat, noch nicht betriebsbereit war. So verbrachten wir den Freitagabend in Tristesse. Am Samstag allerdings bekamen wir es dann organisiert, mit einer der Kindergärtnerinnen und ihrem Freund und Zoran mitzufahren. Das Kino zu finden, war auch nicht ganz einfach, aber wir kamen rechtzeitig an (jedenfalls die eine Hälfte der Gruppe). Die Brillen drückten entsetzlich auf meinen Nasenrücken und hinterließen zwei hübsche Punkte. Der Film gefiel mir persönlich sehr gut, die Effekte waren natürlich genial, und holten einiges wieder heraus, was anderen unserer Gruppe an Inhalt fehlte.

Das Wochenende drauf gings dann schön an den Strand, einige wagten ein Bad, ich wollte meine fast verklungene Erkältung aber lieber nicht reizen, und so beließ ich es beim Sonnen... und dabei, festzustellen, dass zwei von uns leider Läuse hatten. Die aber mittlerweile alle tot sind! ALLE!

Ab dem kommenden Dienstag war ich dann wegen einer weniger leicht wegzubekommenden Krankheit ans Bett gefesselt, die mittlerweile FAST wieder weg ist... :)

In drei Tagen kommen meine Eltern, und wir werden gemeinsam die Insel erkunden!

Zwischen den Wochenenden liegt natürlich immer noch dieser Störfaktor Arbeit, der aber in letzter Zeit recht schnell rum ging. Das Wetter wird schöner, die Laune wird besser, die Kinder bleiben so aufgedreht wie eh und jeh.. aber alles im aushaltbaren Bereich.
Bald stehen Ausflüge mit den Kindern nach Palermo und Syrakus an.
Ich schicke allen Lesern sonnige Grüße.. und wir sehen uns dann Anfang August, denn im Juli komme ich doch noch nicht zurück, sondern werde reiiisen und chillen und mich sonnnen!!!

Samstag, 27. März 2010

Ein Tag auf dem Ätna

PUH... Ich würde mal sagen, grade so noch geschafft. Was? Na der Eintrag. Gerade noch so im März... :)
Es wurde aber auch wirklich mal wieder Zeit, dass ich mich melde. Grade scheint draußen wunderschön die Sonne, ein Großteil der Anderen ist zum Strand gefahren, aber da ich mich gerade erst von einem Magen-Darm-Infekt erholt habe, habe ich beschlossen, lieber hier zu bleiben. Und sonnen kann ich mich auch auf unserem Balkon!
Nun ja, was ist passiert in der Zwischenzeit? Ehrlich gesagt weiß ich das gar nicht mehr ganz genau. Fangen wir Ende Februar an. Mit einer Frage:

Was führt dazu, dass ich an einem Sonntag Ende Februar um 20 nach fünf Uhr (morgens!) mit den Worten "Ich glaub es hackt!" aus dem Bett springe, mich schnell warm anziehe und frage: "Wer hat meinen Schneeanzug?" ???

Bevor ich jetzt auf Antworten warte und dann eh keine richtige dabei ist, sag ich es euch lieber gleich: Es stand ein Trip auf den Ätna an! Den schneebedeckten Ätna! Leider erfuhr ich erst, dass ich mitkonnte, eben um 20 nach fünf Uhr morgens. Am Tag vorher erzählten mir Hanna, Denis und Vera, dass sie bei einer organisierten Ätna-Tour mitfahren würden. Da wollte ich natürlich auch mit, nur stelle sich dann heraus, dass nur die drei Plätze frei waren. Den ganzen Tag ging es hin und her, doch leider ergab sich nichts mehr. Trotzdem gingen wir zu der Frau hier aus Riesi, die das Ganze organisierte und durften bei ihr Schneeanzüge anprobieren, die alle am Wettbewerb "Hässlichster Schneeanzug 2010" teilnahmen. Die anderen Teilnehmer würden dafür bezahlen müssen, wir aber nicht, weil wir ja so schrecklich arme Volontaris sind. Praktisch, sowas :) Ich suchte mir ein schweinchenrosa Ungetüm heraus, das meinen Teint hervorragend betonte...

Und deshalb wollte ich dann am nächsten Morgen natürlich wissen, wo mein Lieblingsteil denn war, denn ich hatte es bei der Frau gelassen. Da die aber noch am Telefon war, wurde mir gleich versichert, dass sie es mitbringen würde. Also: ich schlief gemütlich in meinem Bett, halb schon froh, einen geruhsamen Tag vor mir zu haben mit Aussschlafen, denn schließlich war ich am Abend recht spät ins Bett gegangen. Diese Annahme wurde jäh zerstört, als Vera in mein Zimmer geplatzt kam, mich weckte und mir mitteilte, dass doch noch ein Platz frei geworden war, wenn ich den wolle, müsse ich JETZT aufstehen, denn wir würden bald losgehen. Erstmal konnte ich mich natürlich nicht sofort dazu aufraffen, aufzustehen, doch als Vera dann sagte, wenn ich nicht käme, würden sie eben Catherine fragen, ob sie mitwolle, richtete ich mich ruckartig auf, knipste das Licht an und sagte: "Ich glaub es hackt!" Und so begann ein Tag auf dem Ätna.

Natürlich waren wir die Ersten im Bus. Der füllte und füllte sich dann allmählich und es hörte gar nicht mehr auf mit jungen, lärmenden Italienern, die alle Sitze um uns rum in Beschlag nahmen. Die geplante Abfahrtszeit kam und ging vorbei. Eine halbe Stunde verging, eine Stunde verging. Irgendwann bekamen wir mit, dass der Busfahrer ein Problem hatte. Der Bus war überbucht, es waren fünf Leute zu viel. Da war ich ersteinmal froh, dass es nicht nur einer war.. ich hatte schon die Horrorvorstellung, wieder aussteigen zu müssen. Nach langem Hin und Her stiegen dann zwei befreundete Familien aus, sodass dann schließlich sieben Plätze frei waren. Nun ja, das war uns auch egal, hauptsache, es ging endlich los.
Nach zwei Stunden waren wir in Catania, nach einer weiteren hielt unser Bus dann endlich neben vielen anderen oben auf dem schneebedeckten Ätna. Der Schnee war zwar größtenteils eher gelblich als strahlend weiß, aber dennoch war der Anblick der schwarzen Lavafelsen, die teils mit Schnee bedeckt waren, schon sehr eindrucksvoll. Nach einem Cornetto mit Crema, das in der Busreise enthalten war, machten wir uns zu Viert auf unseren eigenen Erkundungsgang. Wir wollten möglichst hoch, verwarfen die Idee, die erste Etappe mit der Seilbahn zu erklimmen allerdings wieder, nachdem wir deren Preise bestaunt hatten. Also zu Fuß. Hanna hatte schon nasse Füße und mir wehte der Wind trotz Mütze in die Ohren, aber mutig machten wir uns zu Fuß auf einen Anstieg durch die Asche nach oben, da man im Schnee alle zwei Meter bis zu den Knien einsank.
So stapften wir also durch die Asche, was sich auch als extremst anstrengend herausstellte, da merkte man dann doch, dass man ein paar Meter höher war als normalerweise. Endlich oben angekommen, nach ein oder zwei Verschnaufpausen, setzten wir uns erschöpft an den Rand eines Kraters, machten Fotos, aßen ein wenig und bestaunten zwei waghalsige Italiener, die am anderen, schneebedeckten Ende des Kraters mit Plastiktüten Schlitten fuhren. Ich hätte zwar Angst gehabt, mit Vollgas auf den Boden eines Vulkankraters zuzurasen, aber das störte sie kein bisschen. Was sie störte, war der Fakt, dass ihre Plastiktüte wegwehte und dass sie einige Schwierigkeiten hatten, aus dem steilen Krater wieder herauszukraxeln. Wir allerdings ließen uns durch wegwehende Plastiktüten keineswegs die Laune verderben, sondern machten uns daran, auf einem schmalen Grad entlangzulaufen, im Gänsemarsch und immer dem Wind entgegenhaltend. Auf der anderen Seite wehte der Wind so heftig, dass er mich wirklich fast mit sich genommen hatte. Vor uns erstreckte sich eine weite Landschaft, die mich an "Lukas und der Lokomotivführer" und den kleinen Drachen Nepomuk erinnerte. Hier sanken wir alle regelmäßig einen Meter tief in den Schnee ein. Auf dem nächsten Hang entdeckten wir schließlich, was wir gesucht hatten; und so ernannten wir diesen Hang zu unserem Rutsch-Hang. Bevor wir ihn herunterrutschen konnten, mussten wir ihn allerdings erklimmen, was auch recht anstrengend war. Oben angekommen, ruhten Vera und ich uns deshalb erstmal mit geschlossenen Augen aus. Denis rutschte als erster und erwartete uns unten. Nach ihm wagte es Hanna, dann ich und dann Vera. Unten mussten wir feststellen, dass unsere Schneeanzüge nicht ganz wasserdicht waren und so entstanden einige wunderschöne nasse-Po-Fotos.
Danach waren wir so erschöpft, dass wir beschlossen, den Rückweg anzutreten. Nach einer Stunde Anstehen am Klo, einem paulischen Schwächeanfall und mindestens zehn identischen Touristenshops fuhr unser Bus auch schon wieder ab. Und zwar nach Catania, wo wir shoppten und heiße Schokolade genossen.
Dass wir am nächsten Tag arbeiten mussten, verdrängten wir alle erfolgreich :)

Sonntag, 21. Februar 2010

Trapani und Erice die Zweite, Karneval auf Italienisch, 17. Febbraio, Strand im Februar und Mandelblütenfest in Agrigento

Trapani und Erice die Zweite

Am letzten Wochenende war es soweit: Wir fuhren mal wieder nach Trapani. Die Konstellation war ähnlich, jedoch nicht die selbe: Angelo, Laura, Florencia, Martin und ich. Außerdem Gianluca, der mal wieder seine Familie besuchte und Georgia, die allerdings in Palermo ausstieg. Da wir ungewöhnlicherweise mal auf Gianluca warten mussten, um loszufahren, kamen wir erst um nach 12 Uhr nachts in Trapani an, schlugen nur noch unser Schlafsacklager in der Kirche auf, wo wir mit einem Auge noch bemerkten, dass die Ameisen immer noch nicht gestorben waren, und schliefen ein. Am nächsten Morgen gönnten wir uns Cornetti mit Nutella und dann gings auf in die Stadt. Endlich bekam ich wieder Läden zu Gesicht, in denen man tatsächlich Klamotten kaufen konnte. Das tat ich dann auch, und Laura und Flor folgten diesem Beispiel. Etwas später beschlossen wir, nach Erice zu fahren. Bedauerlicherweise war die coole Seilbahn wegen Wartungsarbeiten gesperrt und so mussten wir mit dem Auto die Serpentinen erklimmen. Diesmal empfing uns Erice zwar recht kühl, allerdings ohne Nebel, wir kehrten wieder in einer Bar ein, wo wir heiße (weiße) Schokolade tranken, genossen die Aussicht und fanden einen Hund nach dem anderen.
Am Abend gings lecker essen und danach noch in eine Bar, in der man alle Biersorten der Welt bestellen konnte... - Die, die ich wollte, war grade ausverkauft -.-
Am nächsten Morgen räumten wir alles auf und unser geplanter Stadtgang fiel ins Wasser, denn es regnete wie verrückt. Stattdessen wurden wir von Gianlucas Familie zum Mittagessen eingeladen.
1. Gang: Nudeln mit Kartoffel-Petersilie-Soße
2. Gang:
- Salat
- Hühnchenfilet
- Fischreibekuchen
- Rinderfleisch (?) mit Kartoffel
- Blätterteigtasche mit Spinat
3. Gang, Nachspeise: Kaffee-Tiramisu, Zitronen-Tiramisu, Nutella-Torte
dann noch: ein riesiger Korb voll Obst
Bonbons.
SATT.


Karneval auf Italienisch

Am Montag und Dienstag war dann Fasching. Montag Abend trafen wir uns alle, hübsch kostümiert und dann ging es los nach Mazzarino zum Karnevalsumzug, der Sfilata. Wir fielen dadurch auf, dass unsere Kostüme die einzig selbst gemachten und nicht gekauften waren. (Ich war übrigens eine Vampirjägerin; Vera der zu jagende Vampir, den ich allerdings gnädig am Leben gelassen habe.) Der Umzug an sich war schon vorbei, es begann jetzt eine Tanzvorstellung jeder einzelnen Gruppe auf einer Bühne mit Jury und am Ende Siegerehrung. Viel cooler als bei uns. Wurde dann aber irgendwann verdammt kalt, da Vampirjägerinnen ja immer so kurze Sachen anhaben! Nun ja, das führte uns dann erstmal in eine Bar, wo es auch Pommes zu essen gab. Danach war Disco auf der Piazza angekündigt. Dass die Musik allerdings nur italienische Karnevalsmusik sein würde, konnte ja keiner ahnen.
Am Dienstag war auch in der Schule Fasching; alle Kinder mit zwei oder drei Ausnahmen, kamen verkleidet und brachten außerdem noch Essen und Trinken mit. Es tummelten sich also mehrere Spidermans, Prinzessinnen, Vampire, Hasen, Hunde, Küken und andere interessante Wesen in der Schule. Am Vormittag bastelten sie Masken und schauten Comics und am Nachmittag nach dem Essen gab es Musik und Konfetti und alle sind überall herumgesprungen.


17. Febbraio

"Il giorno della libertà" - der 17. Februar. Da wurden die Waldenser anerkannt und durften ihre Religion frei praktizieren. Das musste natürlich gefeiert werden. Erstmal fiel die Schule aus. Super, bis 10 schlafen. Denn um elf gab es dann eine Probe - bei strahlendem Sonnenschein, deshalb draußen. Später mussten wir noch den Tisch decken und dann gings los in die Kirche, Gottesdienst. Ich armes Würstchen musste eine Bibelstelle vorlesen. Das ist ja schon auf Deutsch interessant, auf Italienisch dann - naja. Wen ich Fehler beim Lesen gemacht haben sollte, hat mir die waldensische Kirchengemeinde die aber gnädig verziehen. Ansonsten war der Gottesdienst lang und weilig; es ist jedoch immer wieder faszinierend, dass man ein Lied so schnell beginnen kann, wie man will, am Ende hat es die Gemeinde doch geschafft, dass es sich zieht wie Kaugummi. Während der Kollekte haben wir Deutschen dann "Heute hier, morgen dort" geschmettert, mit Klarinetten-, Flöten-, Gitarren- und Geigenbegleitung.
Ich habe ganz vergessen, zu erwähnen, dass wir alle hübsche graue Kutten anhatten, die Maria für uns geschneidert hat. Vor der Kirche wurde mir dann ein Megaphon gereicht und ich musste den Text vorsagen, den ich auswendig gelernt hatte: "Cari amici, bambini, signori e signore tutti, vogliamo oggi raccontarvi una storia. C'era, secoli e secoli fa, un mercante, un uomo ricco. Viveva a Lione, in Francia, nel dodicesimo secolo. Un giorno, molti anni prima di San Francesco, ebbe una profonda crisi spirituale. Pensò allora: 'Farò come gli apostoli. Voglio vivere come loro hanno vissuto.'"
Ich hatte den ersten Part der Geschichte der Waldenser, die wir so den Zuhörern erzählten. Später noch einmal, mitten auf der Straße, denn wir hatten die Genehmigung :) Im Servizio gabs dann Essen, von Gianlucas Bruder zubereitet.


Strand im Februar

Am Samstag haben wir einen Spontan-Ausflug zum Grottenstrand unternommen. Zwar ohne Grotte, aber dafür mit sehr viel Wind. Allerdings schien die Sonne ziemlich schön und so legten wir uns auf unsere Decken und dösten eine Weile, mit Meeresrauschen im Hintergrund. Auf dem Rückweg gab der Wind uns Ohrfeigen mit Sand.


Mandelblütenfest in Agrigento

Ihr werdet es nicht glauben, aber heute bin ich tatsächlich freiwillig um sieben Uhr aufgestanden! Nach einem Stop mit Cappuccino und zwei Cornetti mit Crema da portare via gings nämlich auf nach Agrigento für Hanna, Vera, Denis, Simon und mich. Die Straße fanden wir faast ohne Probleme und im Auto starb man vor Hitze. Es war ein wunderschöner Tag mit blauem Himmel und Sonne. Und Wind. Leider.
In Agrigento parkten wir im Halteverbot und stellten uns an die Straße. Hier sollte ein Umzug vorbeikommen mit Folk-Gruppen aus vielen Ländern. Um neun sollte er beginnen, der Umzug. Nach zwei Stunden Beine in den Bauch stehen ging es dann typisch sizilianisch verspätet los. Das Warten hatte sich allerdings gelohnt! :)



Der Frühling scheint tatsächlich eingekehrt zu sein. Wir hoffen alle, dass es nicht wieder kälter wird, letzte Woche beehrte uns das Wetter tatsächlich mit 18 Grad und Sonne - traumhaft. Ich schlafe mittlerweile ohne Strümpfe und ohne Wärmflasche!!! Alles ist grün, die Vögel zwitschern und das Leben macht Spaß, wenn es wärmer ist.

Der Englischunterricht läuft recht gut, auch wenn es in der 3. das absolute Chaos ist und sie gar nichts können, ebenso wie in der 1. In der Vierten klappt es super, in der 2. auch meistens, ebenso in der 5., immer vorausgesetzt, die Lehrerin, die anwesend sein sollte, ist auch anwesend. Die Fünfer treiben mich in den Wahnsinn, da sie einfach nicht lernen wollen, dass man "lunch" nicht "lunk" ausspricht, ebensowenig wie man "get up" "schett upp" aussprechen sollte.
Am Donnerstag hab ich dann netterweise erfahren, dass ich doch bis Montag Noten geben soll. Großartig, danke.

Außerdem unterrichte ich ja mittlerweile mit Georgia zusammen auch noch Musik in der 1. und 2. Klasse. Das macht Spaß, jede Woche Tierlaute zu hören, Klatschspiele zu spielen und so die Kinder begeistern zu können. Allerdings sollen wir da jetzt auch Noten geben.


Die Zeit geht wirklich super schnell vorbei. Jetzt ist der Februar schon fast rum, in fünf Wochen ist schon Ostern! Liebste, sonnige Grüße, an ALLE :)

Montag, 4. Januar 2010

Capo d'Anno und ein Lebenszeichen überhaupt

Nuuun melde ich mich mal wieder von der sizilianischen Front! Da bin ich nämlich wieder, und zwar seit dem 31.12. vergangenen Jahres...
vorher habe ich zwei sehr schöne und viel zu kurze Wochen im frostigen Deutschland verbracht, über die ich wohl nicht viel berichten muss, außer dass sie eben schön und kurz waren!
Bevor ich allerdings von Silvester auf sizilianisch zu erzählen beginne, möchte ich noch kurz einen bisher verschwiegenen Ausflug mit Vera, Denis und Simon erwähnen, der uns nach Piazza Armerina führte, wo wir die berühmten Bikini-Mosaik-Frauen bewundert haben, und danach haben wir noch das sehr hoch gelegene Enna besichtigt, wo wir uns zum ersten Mal richtig winterlich gefühlt und eine skurile Friedhofstadt entdeckt haben, in der es Häuser für die Toten jeder Familie gab und sogar Straßennamen. Außerdem gab es Ausblicke auf die ganze Umgebung, von denen einer schöner war als der andere.

Nun zu capo d'anno, zu Silvester. Nach langem Hin und Her hatten wir uns ja endlich dazu entschieden, in Taormina, einem der am schönsten gelegenen Orte Siziliens, in das neue Jahr hinein zu feiern. Es stellte sich heraus, dass das eindeutig die richtige Entscheidung gewesen war.
Simon, Vera und ich trafen uns in aller Herrgottsfrühe am Köln-Bonner-Flughafen, wir hatten drei Plätze nebeneinander im Flugzeug ergattert und so hatte ich eine Vera links und einen Simon rechts von mir, um mir bei den Turbulenzen, die das Flugzeug erschütterten, die Hände zu halten.
Der Blick auf Sizilien von oben war absolut traumhaft und als wir dann aus dem Flugzeug traten, traf uns ein absoluter Temperaturschock. Es war so warm! Bei 20 Grad und Sonne war das erste, was Vera und ich taten, auf das Flughafenklo zu laufen und uns dünnere Sachen anzuziehen. Im T-Shirt machten wir uns dann auf die Suche nach Bussen, die uns nach Taormina führen sollten. Die fanden wir dann auch, erst gings nach Palermo Hauptbahnhof, von da aus dann nach Catania und dort hatten wir dann erstmal ewig Zeit, um schonmal Wein, Sekt und Chips einzukaufen.
Der Bus kam mit leichter Verspätung und nahm uns mit sich nach Taormina. Das Meer und sehr milde Temperaturen empfingen uns dort, trotz der Dunkelheit, in der wir ankamen. Da wir leider nicht die geringste Ahnung hatten, wo wir hinmussten, bzw. nur eine vage SMS von Georgia, in der stand, wir sollten zum Torre da Messina gehen, fragten wir einen Taxifahrer, wo wir denn hinmüssten, der tat dann so, als wisse er genau, wo sich dieser befände und lud uns samt unserem nicht zu verachtenden Gepäck in sein Taxi. Er ließ uns vor einer Fußgängerzone raus und deutete wage in eine Richtung. Wir machten uns also alle mit 20 kg Gepäck auf den Weg durch die nicht enden wollende Fußgängerzone, vorbei an der Scala di Amore, Irish Pubs und lauter sizilianischem Lebensgefühl, immer begleitet von klassischer Musik, die aus Lautsprechern überall entlang der Straße ertönte.
Leider war das sizilianische Telefonnetz hoffnungslos überlastet und so kam es, dass bei uns kein Anruf der anderen und bei ihnen kein Anruf von uns ankam. Die Beschreibungen der Einheimischen führte uns schließlich eine ziemlich lange Treppe nach oben... dort hievten wir dann natürlich auch unsere Koffer hin, da wir uns totsicher waren, den richtigen Ort - eine Art Kloster oder ähnliches - gefunden zu haben. Dies stellte sich jedoch als schrecklicher Irrtum heraus, und so erreichten wir uns schließlich gegenseitig und durften daraufhin unsere Koffer schön die ganzen Treppen wieder herunter tragen.
Nach einem erneuten recht ausgedehnten und daher eher unfreiwilligem Spaziergang durch die Stadt erreichten wir schließlich das Haus, in dem wir wohnen sollten, genial, viel Platz, mehrere Zimmer und Bäder, Wohnzimmer, Küche UND Balkonblick aufs Meer!
Nachdem wir angekommen und uns ein bisschen von der langen Reise erholt hatten, sprich geduscht und uns umgezogen hatten, gings schon wieder los in das schöne Taormina hinein.
Es gab dann Sektanstoßen mit vielen anderen Menschen mit Blick auf das wunderschöne Meer, das unter uns lag und mit Blick auf die hell erleuchteten Küstenorte, es gab ein wunderschönes Feuerwerk, natürlich viel länger und besser als das in Marburg und es gab keine blöden Leute, die wahllos Böller in die Menge geworfen haben! Ziemlich gelungen, also.
Später, als ein Teil von uns schon auf dem Nachhauseweg war, Vera, Catherine, Denis, Laura und ich aber noch tanzen gehen wollten, kamen wir an einer Piazza vorbei, wo draußen Lautsprecher aufgestellt waren und die Musik aus einer angrenzenden Bar lief. Kurzerhand entschlossen wir uns dazu, dort eine kleine Tanz-Session einzulegen, da uns die Musik spontan dazu anregte. Also legten wir unsere Jacken und Taschen in die Mitte (da es wie gesagt im T-Shirt mit etwas Bewegung gut auszuhalten war) und begannen zu tanzen. Innerhalb kürzester Zeit scharte sich eine riesige Menschenmenge von ungefähr 100 Leuten um uns an, die uns teils begeistert, teils skeptisch zuschaute, was uns aber vollkommen egal war. Wir versuchten nur, immer mehr Menschen miteinzubeziehen und sie zum Tanzen und Spaß haben zu überreden. Eine Gruppe Jugendlicher konnten wir dauerhaft begeistern, auch einige ältere Menschen ließen sich animieren. Es war einfach genial.
Als wir zwei Stunden später ermüdet den Heimweg antraten, zogen wir tanzen zur einen Seite der Piazza ab, während die andere Gruppe mit anderen Tanz-bewegungen zur anderen Seite verschwand.

Nachdem wir am nächsten Tag ausgeschlafen hatten, ging es los, um Taormina zu erkunden. Wir wanderten einen steilen Pfad voller Treppen nach oben, da wir das alte Schloss, das über Taormina liegt, besichtigen wollten. Endlich oben angekommen (nachdem wir tausend mal stehen geblieben waren, um die atemberaubende Sicht zu genießen, die uns bis nach Kalabrien und Siracusa blicken ließ), mussten wir uns von einem lustigen, winzigen alten Mann erklären lassen, dass das Schloss oder bessergesagt seine Ruine, geschlossen sei. Er könne uns allerdings trotzdem hinein führen... So folgten wir also dem hutzeligen Mann mit Lackschuhen und einer roten Knollnase über sehr fragwürdige Pfade, die eigentlich gar keine waren, den Berg hinaus, und mehr als einmal rutschten wir ab, doch kamen trotzdem mehr oder weniger glücklich oben an, wo Simon dann von dem Mann genötigt wurde, über ein rostiges Gitter, das an die Schlosswand gelehnt war, in dasselbe hinein zu klettern und oben Fotos zu machen. Gesagt, getan, doch danach traten wir alle schnell den Rückweg an und waren froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Der zweite Teil unseres Ausflugs führte uns in die entgegengesetzte Richtung, nämlich runter ans Meer, wo man problemlos mit der Seilbahn hingelangen konnte. Am Strand waren wir so todesmutig, mit nackten Füßen im Wasser zu plantschen, was wir allerdings auch nur kurz aushielten.
Dann näherte sich ein Boot dem Strand. Nach kurzem Überlegen entschieden wir uns, die von dem Bootsbesitzer angebotene Tour in die "Blaue Grotte" zu machen und wagten den Sprung auf das Boot, wo wir sofort mit Party-Musik beschallt wurden. Allerdings schien diese Musik dann das Einzige zu sein, das einwandtfrei funktionierte, denn nach einer Viertelstunde Herumprobieren musste der Mann uns leider mitteilen, dass sein Motor den Geist aufgegeben hatte. Also sprangen wir wieder an den Strand und traten den Heimweg an.
Den Abend verbrachten wir in Taormina mit Herumschlendern und Pizza essen und dem Versprechen, am nächsten Tag Haartönungen und Unterwäsche für alle zu kaufen, was wir dann auch taten.
Danach traten wir bei strahlendem Sonnenschein den Heimweg an.

Hier in Riesi hat sich seit dem auch schon wieder einiges ereignet.
An meinem ersten Arbeitstag nach den Ferien bekam ich die Nachricht, dass ich doch ab jetzt Englisch unterrichten solle. Ich schnappte mir also alle Materialien, die es zum Glück auch gibt und entschied mich dafür, diese neue Aufgabe anzunehmen. Ab Montag gehts los!
Im Schulbus werden jetzt von mir härtere Seiten aufgezogen, da die zweite Fuhre Grundschulkinder es einfach nicht auf die Reihe bekommt, sich so zu platzieren, dass alle einen Sitzplatz bekommen. Immer legen sie ihre Ranzen auf den Platz neben sich und machen sich breit. Von nun an dürfen sie sich also ihre Plätze nicht mehr selber aussuchen, sondern die, die zuerst einsteigen, müssen sich nach ganze hinten setzen, so füllt sich der Bus von hinten nach vorne und alle bekommen einen Platz. Selbst dran Schuld! Auch wenn mich das natürlich einige Sympathie-Punkte gekostet hat.

Außerdem setzen wir uns jetzt sozial ein, über unser eigentliches FSJ hinweg.
Denn Zoran, unser Gärtner und guter Freund der Freiwilligen, erzählte uns von einer alten 80jährigen Frau, die verwahrlost und von ihrer Familie ausgenommen in einer Wohnung vor sich hinlebt. Ihre Familie erklärte sie, die vorher Lehrerin und recht wohlhabend gewesen war, für verrückt und ließ daraufhin ihre ganze Wohnung ausräumen. Die Frau, die von der Altersturheit natürlich nicht verschong geblieben ist, will aber nicht aus ihrer Wohnung raus. Ihre vielen Hunde und Katzen, die ihr bis auf eine Katze und einen Hund genommen wurden, haben davor ihr bestes getan, und die Wohnung von oben bis unten verdreckt, sodass man den Boden kaum noch sieht. Die Fenster schließen nicht und sie hat weder Strom noch Heizung, außerdem sogut wie gar keine Möbel. Vor ein paar Tagen haben wir sie besucht, um ihr eine Wärmflasche und etwas warmes zu Essen zu bringen, und sie empfing uns ohne Hose und ohne Schuhe, sondern nur mit einer um die Beine gewickelten Decke. Der Zustand der Wohnung ist unbeschreiblich und absolut unfassbar.
Heute fahren wir wieder hin, um endlich mal ein wenig zu putzen, bald gibt es wieder Strom und die Fenster haben wir auch schon repariert. Außerdem haben wir sie dazu überredet, von ihrer Rente eine kleine Haushaltshilfe zu bezahlen, die einmal am Tag kommt, putzt und für sie kocht. Wenn wir das alles schaffe, ist ihr Zustand schon um einiges gebessert!

Außerdem hat Zoran eine kleine, verwahrloste und verlassene Hündin gefunden, die bei Sturm und Gewitter auf einem Balkon eines verlassenen Hauses ausgesperrt und angebunden war. Da er ein großes Herz für Tiere hat, kletterte er kurz entschlossen hinauf und befreite die abgemagerte und sehr zutrauliche und liebe Hündin, und rettete sie somit vor ihrem sicheren Tod. Wir haben sie Nuvola genannt, und da Vera und Martin nicht wollten, dass sie sofort wieder ausgesetzt wird, da Zoran sich nicht noch um mehr Hunde kümmern kann (er hat ja schon sehr viele Hunde und Katzen und muss für alle Kosten selbst auskommen), haben sie jetzt selber die Verantwortung für sie übernommen und versuchen, alles in die Wege zu leiten,um für Nuvola ein neues zu Hause und eine Familie zu finden, am besten in Deutschland, denn hier gibt es schon zu viele Hunde auf den Straßen, dass niemand freiwillig einen von ihnen aufnimmt.
Sollte jemand, der das hier liest, wirklich interessiert sein oder Bekannte haben, die eine 6monate alte, liebe und hübsche Hündin aufnehmen wollen, so kann er sich gerne bei mir melden! Wir würden dann hier alles in die Wege leiten, sowohl den Transport, als auch Impfungen und den Tierpass, und die Kosten würden wir auch übernehmen können.

Ansonsten genieße ich natürlich das lang ersehnte Wochenende und freue mich immer noch über Post jeglicher Art, außerdem werde ich versuchen, diesen Blog hier mal wieder öfters zu aktualisieren!
Liebste Grüße, Paula