Trapani und Erice die Zweite
Am letzten Wochenende war es soweit: Wir fuhren mal wieder nach Trapani. Die Konstellation war ähnlich, jedoch nicht die selbe: Angelo, Laura, Florencia, Martin und ich. Außerdem Gianluca, der mal wieder seine Familie besuchte und Georgia, die allerdings in Palermo ausstieg. Da wir ungewöhnlicherweise mal auf Gianluca warten mussten, um loszufahren, kamen wir erst um nach 12 Uhr nachts in Trapani an, schlugen nur noch unser Schlafsacklager in der Kirche auf, wo wir mit einem Auge noch bemerkten, dass die Ameisen immer noch nicht gestorben waren, und schliefen ein. Am nächsten Morgen gönnten wir uns Cornetti mit Nutella und dann gings auf in die Stadt. Endlich bekam ich wieder Läden zu Gesicht, in denen man tatsächlich Klamotten kaufen konnte. Das tat ich dann auch, und Laura und Flor folgten diesem Beispiel. Etwas später beschlossen wir, nach Erice zu fahren. Bedauerlicherweise war die coole Seilbahn wegen Wartungsarbeiten gesperrt und so mussten wir mit dem Auto die Serpentinen erklimmen. Diesmal empfing uns Erice zwar recht kühl, allerdings ohne Nebel, wir kehrten wieder in einer Bar ein, wo wir heiße (weiße) Schokolade tranken, genossen die Aussicht und fanden einen Hund nach dem anderen.
Am Abend gings lecker essen und danach noch in eine Bar, in der man alle Biersorten der Welt bestellen konnte... - Die, die ich wollte, war grade ausverkauft -.-
Am nächsten Morgen räumten wir alles auf und unser geplanter Stadtgang fiel ins Wasser, denn es regnete wie verrückt. Stattdessen wurden wir von Gianlucas Familie zum Mittagessen eingeladen.
1. Gang: Nudeln mit Kartoffel-Petersilie-Soße
2. Gang:
- Salat
- Hühnchenfilet
- Fischreibekuchen
- Rinderfleisch (?) mit Kartoffel
- Blätterteigtasche mit Spinat
3. Gang, Nachspeise: Kaffee-Tiramisu, Zitronen-Tiramisu, Nutella-Torte
dann noch: ein riesiger Korb voll Obst
Bonbons.
SATT.
Karneval auf Italienisch
Am Montag und Dienstag war dann Fasching. Montag Abend trafen wir uns alle, hübsch kostümiert und dann ging es los nach Mazzarino zum Karnevalsumzug, der Sfilata. Wir fielen dadurch auf, dass unsere Kostüme die einzig selbst gemachten und nicht gekauften waren. (Ich war übrigens eine Vampirjägerin; Vera der zu jagende Vampir, den ich allerdings gnädig am Leben gelassen habe.) Der Umzug an sich war schon vorbei, es begann jetzt eine Tanzvorstellung jeder einzelnen Gruppe auf einer Bühne mit Jury und am Ende Siegerehrung. Viel cooler als bei uns. Wurde dann aber irgendwann verdammt kalt, da Vampirjägerinnen ja immer so kurze Sachen anhaben! Nun ja, das führte uns dann erstmal in eine Bar, wo es auch Pommes zu essen gab. Danach war Disco auf der Piazza angekündigt. Dass die Musik allerdings nur italienische Karnevalsmusik sein würde, konnte ja keiner ahnen.
Am Dienstag war auch in der Schule Fasching; alle Kinder mit zwei oder drei Ausnahmen, kamen verkleidet und brachten außerdem noch Essen und Trinken mit. Es tummelten sich also mehrere Spidermans, Prinzessinnen, Vampire, Hasen, Hunde, Küken und andere interessante Wesen in der Schule. Am Vormittag bastelten sie Masken und schauten Comics und am Nachmittag nach dem Essen gab es Musik und Konfetti und alle sind überall herumgesprungen.
17. Febbraio
"Il giorno della libertà" - der 17. Februar. Da wurden die Waldenser anerkannt und durften ihre Religion frei praktizieren. Das musste natürlich gefeiert werden. Erstmal fiel die Schule aus. Super, bis 10 schlafen. Denn um elf gab es dann eine Probe - bei strahlendem Sonnenschein, deshalb draußen. Später mussten wir noch den Tisch decken und dann gings los in die Kirche, Gottesdienst. Ich armes Würstchen musste eine Bibelstelle vorlesen. Das ist ja schon auf Deutsch interessant, auf Italienisch dann - naja. Wen ich Fehler beim Lesen gemacht haben sollte, hat mir die waldensische Kirchengemeinde die aber gnädig verziehen. Ansonsten war der Gottesdienst lang und weilig; es ist jedoch immer wieder faszinierend, dass man ein Lied so schnell beginnen kann, wie man will, am Ende hat es die Gemeinde doch geschafft, dass es sich zieht wie Kaugummi. Während der Kollekte haben wir Deutschen dann "Heute hier, morgen dort" geschmettert, mit Klarinetten-, Flöten-, Gitarren- und Geigenbegleitung.
Ich habe ganz vergessen, zu erwähnen, dass wir alle hübsche graue Kutten anhatten, die Maria für uns geschneidert hat. Vor der Kirche wurde mir dann ein Megaphon gereicht und ich musste den Text vorsagen, den ich auswendig gelernt hatte: "Cari amici, bambini, signori e signore tutti, vogliamo oggi raccontarvi una storia. C'era, secoli e secoli fa, un mercante, un uomo ricco. Viveva a Lione, in Francia, nel dodicesimo secolo. Un giorno, molti anni prima di San Francesco, ebbe una profonda crisi spirituale. Pensò allora: 'Farò come gli apostoli. Voglio vivere come loro hanno vissuto.'"
Ich hatte den ersten Part der Geschichte der Waldenser, die wir so den Zuhörern erzählten. Später noch einmal, mitten auf der Straße, denn wir hatten die Genehmigung :) Im Servizio gabs dann Essen, von Gianlucas Bruder zubereitet.
Strand im Februar
Am Samstag haben wir einen Spontan-Ausflug zum Grottenstrand unternommen. Zwar ohne Grotte, aber dafür mit sehr viel Wind. Allerdings schien die Sonne ziemlich schön und so legten wir uns auf unsere Decken und dösten eine Weile, mit Meeresrauschen im Hintergrund. Auf dem Rückweg gab der Wind uns Ohrfeigen mit Sand.
Mandelblütenfest in Agrigento
Ihr werdet es nicht glauben, aber heute bin ich tatsächlich freiwillig um sieben Uhr aufgestanden! Nach einem Stop mit Cappuccino und zwei Cornetti mit Crema da portare via gings nämlich auf nach Agrigento für Hanna, Vera, Denis, Simon und mich. Die Straße fanden wir faast ohne Probleme und im Auto starb man vor Hitze. Es war ein wunderschöner Tag mit blauem Himmel und Sonne. Und Wind. Leider.
In Agrigento parkten wir im Halteverbot und stellten uns an die Straße. Hier sollte ein Umzug vorbeikommen mit Folk-Gruppen aus vielen Ländern. Um neun sollte er beginnen, der Umzug. Nach zwei Stunden Beine in den Bauch stehen ging es dann typisch sizilianisch verspätet los. Das Warten hatte sich allerdings gelohnt! :)
Der Frühling scheint tatsächlich eingekehrt zu sein. Wir hoffen alle, dass es nicht wieder kälter wird, letzte Woche beehrte uns das Wetter tatsächlich mit 18 Grad und Sonne - traumhaft. Ich schlafe mittlerweile ohne Strümpfe und ohne Wärmflasche!!! Alles ist grün, die Vögel zwitschern und das Leben macht Spaß, wenn es wärmer ist.
Der Englischunterricht läuft recht gut, auch wenn es in der 3. das absolute Chaos ist und sie gar nichts können, ebenso wie in der 1. In der Vierten klappt es super, in der 2. auch meistens, ebenso in der 5., immer vorausgesetzt, die Lehrerin, die anwesend sein sollte, ist auch anwesend. Die Fünfer treiben mich in den Wahnsinn, da sie einfach nicht lernen wollen, dass man "lunch" nicht "lunk" ausspricht, ebensowenig wie man "get up" "schett upp" aussprechen sollte.
Am Donnerstag hab ich dann netterweise erfahren, dass ich doch bis Montag Noten geben soll. Großartig, danke.
Außerdem unterrichte ich ja mittlerweile mit Georgia zusammen auch noch Musik in der 1. und 2. Klasse. Das macht Spaß, jede Woche Tierlaute zu hören, Klatschspiele zu spielen und so die Kinder begeistern zu können. Allerdings sollen wir da jetzt auch Noten geben.
Die Zeit geht wirklich super schnell vorbei. Jetzt ist der Februar schon fast rum, in fünf Wochen ist schon Ostern! Liebste, sonnige Grüße, an ALLE :)
Sonntag, 21. Februar 2010
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